Jobzusage bei mehreren Jobs – Das solltest du bei der Entscheidung beachten

Kategorie: Bewerbung

Nicht selten geschieht dir als Absolvent oder auch noch Student folgendes: Du schreibst gleich mehrere Bewerbungen für passende Stellenangebote, die Vorstellungsgespräche laufen richtig gut und schließlich hast du gleich mehrere Jobzusagen im Mailfach. Zugegeben, das ist ein Luxusproblem. Aber auch eins, das elegant gelöst werden will. Denn die falsche Entscheidung an diesem Punkt kann dazu führen, dass du dich die nächsten Jahre darüber ärgerst, etwas verpasst zu haben. 

Damit dir das nicht passiert, ist es wichtig, vor der Entscheidung die Optionen sorgfältig gegeneinander abzuwägen. Eine Entscheidung für den einen Job ist nämlich immer gleichzeitig auch eine Entscheidung gegen das andere Angebot. Gerade Berufsanfänger tun sich daher häufig sehr schwer damit, letztendlich den einen Job anzunehmen. Falls du auch gerade in dieser Situation steckst, lohnt es sich, einen Schritt zurück zu treten aus dem Gedankenkarussell und deine Möglichkeiten systematisch zu betrachten.

Welche Faktoren sollten bei deiner Entscheidung eine Rolle spielen? Was sind die wichtigen Fragen? Gibt es Tipps, durch die du herausfindest, für welchen Arbeitgeber du dich entscheiden solltest? Und wie stellst du dich so geschickt an, dass du genügend Zeit bekommst, um über die Angebote nachdenken zu können? Hier findest du Antworten auf diese Fragen.

Mehrere Jobzusagen – 7 Fragen, die du dir stellen solltest

In einer Situation mit mehreren Entscheidungsmöglichkeiten kann es schnell passieren, dass die Gedanken anfangen zu kreisen und trotzdem keine brauchbare Lösung entsteht. Kaum denkst du in die eine Richtung, kommen die Zweifel und werfen wieder alles über Bord. Höchste Zeit also, die Gedanken zu sortieren, um mit klarem Kopf die Argumente für oder gegen eine Entscheidung betrachten zu können. Damit dir das gelingt, kannst du dir folgende Fragen stellen und die Antworten zu jedem Job notieren.

  1. Welche Rolle spielt die Höhe des Gehalts für dich? Generell sollte die Höhe des Gehalts immer angemessen sein, da dies auch eine Form der Wertschätzung darstellt. Trotzdem gibt es auch Jobs, bei denen es sich lohnt, bei der Gehaltsfrage Abstriche zu machen, um beispielsweise mehr Erfahrungen zu sammeln. 
  2. Gibt es bestimmte Vorteile im Arbeitsvertrag, die dir wichtig sind? Das kann ein Firmenwagen sein, Gleitzeit oder Homeoffice. Schau dir deine Vorteile genau an.
  3. Wie wichtig ist dir die inhaltliche Freiheit beim neuen Job? Darfst du innovative Ideen einbringen, ist „frischer Wind“ gefragt? Oder wirst du innerhalb gefestigter Strukturen eingesetzt? Beides hat seine Vorteile. Du entscheidest.
  4. Brauchst du einen Job mit Herausforderungen oder eher entspannte Arbeitstage? Möchtest du dich weiterentwickeln oder hast du andere Prioritäten? Gerade als Student kann auch ein weniger herausfordernder Nebenjob eine gute Wahl sein. 
  5. Wirst du in dem Unternehmen deiner Wahl neue Qualifikationen und Fertigkeiten erlernen? Wie wichtig ist dir dieser Punkt für die Jobzusage?
  6. Möchtest du Führungserfahrung sammeln und ein Team anleiten? Oder schwierige neue Aufgaben erst einmal unter Anleitung ausführen? Für welchen Job fühlst du dich am besten qualifiziert?
  7. Welche Rolle spielt die Stellung des Unternehmens für dich? Die Arbeit bei angesehenen, internationalen Unternehmen kann einen Meilenstein darstellen. Aber auch kleine, neue Start-Ups haben ihre Vorteile. Finde heraus, was dir wichtiger ist.

Es lohnt sich, diese sieben Fragen je nach deinen persönlichen Vorstellungen zu gewichten. Danach kannst du daneben jedes Unternehmen der Jobzusage auflisten und eintragen, inwieweit der Job zu deinen Anforderungen passt. So hast du alle Argumente sortiert, um fundiert entscheiden zu können.

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Zeit zum Entscheiden – Wie gehst du am besten vor?

Nach einer Jobzusage heißt es: Handeln. Schließlich bist du meistens nicht der einzige Kandidat und die Konkurrenz wartet nur darauf, dass du den Job ablehnst. Das kann bei der Zusage von mehreren Arbeitgebern schnell zum Problem werden, denn für die richtige Entscheidung benötigst du Zeit. Dafür hast du drei Optionen:

  1. Die Jobzusage zum Schein akzeptieren. Auch wenn das eine gängige Praxis ist, solltest du dir diesen Schritt gut überlegen. Gerade wenn du dich in einer bestimmten Branche zwischen zwei Zusagen entscheiden musst, kann es gut passieren, dass beide Unternehmen von deiner Situation wissen. Scheinzusagen entpuppen sich da schnell als Eigentor.
  2. Hinhalten. Zwei bis drei Tage später auf Mails antworten, telefonisch schlecht erreichbar sein oder schwierige Fragen zum Arbeitsvertrag stellen: Das alles sind Methoden, um deine finale Entscheidung zu verzögern. Allerdings fährst du damit das Risiko, den guten Eindruck aus dem Vorstellungsgespräch gleich wieder zunichte zu machen. Und noch ist der Arbeitsvertrag schließlich nicht unterschrieben.
  3. Bedenkzeit erbitten. Von allen drei Optionen ist diese Variante am meisten zu empfehlen. Zwar musst du hier offenlegen, dass du mehrere Zusagen hast, das sollte dir aber nicht zum Nachteil ausgelegt werden. Im Gegenteil: Dadurch erhöht sich sogar dein Marktwert.

Egal, welche Option du wählst, es geht darum, Zeit zu gewinnen, um alle Informationen zu sammeln und eine fundierte Entscheidung zu treffen. 

Nachverhandeln? (K)eine schlechte Idee

Manchmal ist es ziemlich schwer, sich für eine Zusage zu entscheiden. Aus dem Vorstellungsgespräch weißt du, dass alle Argumente für den einen Job sprechen, wäre da nur nicht das Gehalt. Oder der fehlende Firmenwagen. 

Wenn es also einen einzigen Punkt gibt, der dich noch von einer Entscheidung abhält, dann kann es sich lohnen, über eine Nachverhandlung nachzudenken. Das bedeutet ja nicht automatisch, dass du bei einer Absage den Job auch nicht annehmen würdest. Am erfolgversprechendsten ist immer noch die direkte, offene und höfliche Kommunikation. Wenn du das schaffst und die Nachverhandlung positiv verläuft, dann startest du mit den besten Voraussetzungen in den neuen Job.

Deine Zusage – So kannst du dich leichter entscheiden

Irgendwann ist dann der Moment gekommen, an dem eine Entscheidung getroffen werden muss. Du hast alle sieben Fragen beantwortet und deine Präferenzen aufgeschrieben. Du hast genügend Zeit ausgehandelt, um dich fundiert entscheiden zu können. Und du hast geprüft, bei welchem Arbeitgeber du auch in Zukunft verhandlungsfähig bist. Damit hast du eine hervorragende Grundlage, um die richtige Wahl zu treffen. 
Wenn es dir trotzdem immer noch schwerfällt, ein Angebot abzulehnen, dann helfen dir die folgenden drei Tipps dabei, zu einer Entscheidung zu kommen:

  1. Setz dir ein Zeitlimit. Das können eine Woche sein oder auch drei Tage. Hauptsache, dein Entscheidungsprozess gerät nicht in die Endlosschleife.
  2. Das berühmte Zünglein an der Waage darf auch deine Intuition sein. Wenn du bei einer Entscheidung Bauchschmerzen hast, dann kann das auch schon ein Zeichen sein. 
  3. Hol dir Rat von erfahrenen Freunden, deiner Familie und deinem Umfeld. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.

 

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Über die Autorin: Sofia Nelles ist waschechte Digital Native und Masterstudentin an der HAW Hamburg. Sie ist begeistert von fertigen To-Do-Listen, gutem Wetter in Hamburg und Out-of-the-Box Ideen.