„Was ist Ihre Gehaltsvorstellung?“ 5 Wege um herauszufinden, wie hoch dein Marktwert ist

Kategorie: Gehalt

Eine der häufigsten Formulierungen, die dir in Stellenanzeigen begegnet, ist die Frage nach dem Wunschgehalt und deinem frühestmöglichen Eintrittsdatum. Während du das Zweite recht einfach beantworten kannst, ist das Erstere häufig ein Grund für dich als Bewerber dein Anschreiben noch einmal neu zu formulieren.
Am Gehaltswunsch hängt schließlich einiges. Nicht nur dein Jahresgehalt der nächsten paar Jahre, sondern manchmal auch die Entscheidung, ob du überhaupt zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst.

Warum ist das so? Die Angabe deiner Gehaltsvorstellungen in deiner Bewerbung zeigt deinem neuen Arbeitgeber weit mehr über deine Kompetenzen und Fachkenntnis, als du vermutest. Mit einer richtigen Einschätzung deines Einstiegsgehaltes beweist du mit deiner Bewerbung, dass du dich in der Branche auskennst, dass du dich gründlich mit der Stelle auseinandergesetzt hast und dass du ein gesundes Selbstbewusstsein hast.

Gleichzeitig kannst du dich mit einer fehlenden Angabe deiner Gehaltsvorstellung in deinem Anschreiben oder einem Wunschgehalt fern von gut und böse direkt aus dem Rennen katapultieren. Grund genug, diesem Thema während deiner Bewerbung ein bisschen Aufmerksamkeit zu zollen, um in der zweiten Runde im Vorstellungsgespräch von dir zu überzeugen.

Was also ist dein Marktwert und wie findest du ihn heraus? Wie findest du Personen, die dir klare Auskünfte über ihr Gehalt geben? Wenn dich diese Fragen beschäftigen, während du dein Anschreiben verfasst, dann bist du richtig hier. Denn die folgenden 5 Wege werden dir dabei helfen, eine realistische und individuelle Gehaltsvorstellung zu entwickeln.

1. Freunde und Bekannte: Der einfachste Weg zur realistischen Gehaltsvorstellung

Über Geld spricht man nicht. Diese veraltete Vorstellung sollte dich nicht davon abhalten, Freunde, Familie und Bekannte um Rat zu fragen. Nirgendwo sonst bekommst du so genaue Informationen zum Gehalt und individuelle Tipps, schließlich werden sie dir beim Berufseinstieg helfen wollen.

Erkundige dich also bei Arbeitskollegen aus Praktika nach ihrem Gehalt, sprich mit Freunden in ähnlichen Situationen über ihre Gehaltsvorstellungen und trau dich auch, Unbekannte zu kontaktieren.

Die Karrierenetzwerke XING und LinkedIn bietem dabei beispielsweise eine gute Möglichkeit, um mit Leuten in Positionen in Kontakt zu kommen, für die du deine Bewerbung schreibst. Gerade in großen Firmen gibt es viele Positionen in ähnlichen Gehaltsstufen, was es dir leicht macht, Mitarbeiter zu finden, die dir genaue Informationen über ein mögliches Einstiegsgehalt geben.

Eine andere Möglichkeit ist es auch, deine sozialen Netzwerke nach Personen zu durchsuchen, die als Personaler, Recruiter oder Headhunter arbeiten und tagtäglich mit Bewerbungen zu tun haben. In diesem Fachbereich gehören Gehaltsverhandlungen zum Alltag. Eine individuelle Einschätzung deiner Gehaltsvorstellung kann dir enorm weiterhelfen und dir eine fundierte Argumentationsbasis für dein Gehalt im Vorstellungsgespräch geben.

2. Mach es dir einfach: Öffentliche Tariftabellen

Gerade wenn du dein Anschreiben an ein Privatunternehmen richtest, kannst du davon ausgehen, dass nicht nach Tarif bezahlt wird. Trotzdem nehmen viele Unternehmen gültige öffentliche Tariftabellen als Richtwert für ihre internen Lohnstrukturen.

Diese Tariftabellen findest du auf den Seiten der einzelnen Gewerkschaften. Daher solltest du dich für eine Bewerbung erkundigen, welcher Gewerkschaft deine neue Position entsprechen würde und die passende Seite wählen. Die Übersicht der Tabellen ist dabei nicht auf den ersten Blick durchschaubar: Je nach Tarifgruppe und Jahren der Berufserfahrung schwanken die Bruttogehälter.

Trotzdem lohnt sich eine genaue Recherche, da du so einen ungefähren Richtwert für deine Gehaltsvorstellung bekommst. Je nach Region, Größe und Umsatz deines Wunschunternehmens bildet der Lohn nach Tarif die unterste Grenze, weshalb du immer etwas drauf rechnen kannst. Für die richtige Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch muss schließlich noch Spielraum vorhanden sein.

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3. Bundesagentur für Arbeit: Dein Weg zu einer realistischen Gehaltsvorstellung

Die Bundesagentur für Arbeit gibt nicht nur Tipps rund um die Arbeitsplatzsuche, hier findest du auch den sogenannten „Entgeltatlas“. Dabei handelt es sich um eine Gehaltsdatenbank, die du mit Filtern wie Bundesländern, Altersgruppen und Geschlecht durchsuchen kannst. Natürlich gibt es auch bei diesem Atlas die Einteilung nach Berufsgruppen.

Der Nachteil dieser Suchfunktion ist die Einschränkung auf klassische Berufsbilder. Gerade im Zeitalter der Studiengänge, die kaum noch jemand aussprechen kann, gestaltet sich die Suche nach Gehältern schwierig.

Ein Tipp ist daher, einen Beruf zu finden, der ein ähnliches Kompetenzspektrum wie dein angestrebter Job aufweist. Das angezeigte Gehalt stimmt dann zwar nicht exakt mit der Gehaltsvorstellung für deine individuelle Position überein, trotzdem erhältst du einen Richtwert und damit eine ungefähre Vorstellung des Gehaltskorridors, den du im Anschreiben nennen kannst.

Wichtig dabei ist, die Angabe immer in das Jahresgehalt umzurechnen. Die Bundesagentur für Arbeit listet die Gehälter nach einzelnen monatlichen Abrechnungen auf. Dagegen solltest du im Anschreiben und im Vorstellungsgespräch deinen Gehaltswunsch nach einem Bruttojahreseinkommen richten.

4. Eine gute Übersicht: Die Gehaltstabellen von Verbänden

Verbände von Berufsgruppen befragen ihre Mitglieder, aber auch die Mitgliedsunternehmen in regelmäßigen Abständen nach den Gehaltsvorstellungen und tatsächlich ausgezahlten Gehältern. Dadurch entsteht ein breiter Überblick der Lohnstrukturen, der durch die Verbände veröffentlicht wird.

Für dich als Berufseinsteiger ist es außerdem eine gute Idee darüber nachzudenken, ob du Mitglied in einem Berufsverband werden möchtest. Nicht selten bieten diese Verbände nämlich individuelle Beratungen beim Berufseinstieg oder Jobwechsel an. Auch deine Gehaltsvorstellung für deine Bewerbung ist Teil dieser Beratung.

So erhältst du eine glasklare, realistische und gute Einschätzung, was du in deinem Anschreiben als Gehaltsvorstellung nennen kannst, ohne direkt aus dem Rennen zu fliegen und deine Aussicht auf ein Vorstellungsgespräch zu verlieren.

Wenn du wieder zur Kategorie der Studienabgänger gehörst, die Ihren Abschluss kaum aussprechen können und von jedem verständnislos angeschaut werden, dann lohnen sich ein paar Anrufe bei verschiedenen Verbänden. Dort kann dir nicht nur geholfen werden, was dein Gehalt angeht, sondern auch im Bezug darauf, was du mit deinem ungewöhnlichen Abschluss alles anfangen kannst.

5. Datenbanken und Gehaltsvergleichstabellen von Jobbörsen: Ausloten deiner Gehaltsvorstellung

Auf Jobbörsen wirst du wahrscheinlich zu Beginn deiner Karriere ohnehin viel unterwegs sein, um verschiedene Stellenangebote gegeneinander abzuwägen und einen Überblick zu bekommen. Aber wusstest du, dass Jobbörsen mehr Informationen bieten, als nur Jobs?

Die meisten Seitenbetreiber fragen vor der Veröffentlichung einer Stellenanzeige die Position und das Jahreseinkommen ab, auch wenn das nicht explizit in der Anzeige veröffentlicht wird. Aus diesen Angaben erstellen viele Jobbörsen sehr detaillierte Datenbanken über die Gehälter in verschiedenen Positionen und Unternehmen.

Diese Angaben sollten im Bezug auf deine eigene Gehaltsvorstellung aber nur als ungefähres Maß dienen. Die Durchschnittwerte orientieren sich nämlich meist an Beruf, Branche und Region, weniger an Alter und Berufserfahrung.

Gerade als Berufseinsteiger sind die Darstellungen meist um einiges zu hoch. Zwischen dem Maximum und Minimum können da schnell ein paar Zehntausender liegen. Einen genauen Wert wirst du daher auf Jobbörsen nicht finden. Dafür aber eine gute Orientierung für dein Wunschgehalt und einen groben Richtwert für deine Bewerbung.


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Über die Autorin: Sofia Nelles ist waschechte Digital Native und Masterstudentin an der HAW Hamburg. Sie ist begeistert von fertigen To-Do-Listen, gutem Wetter in Hamburg und Out-of-the-Box Ideen.