Berufseinstieg trotz Krise: So findest du jetzt deinen ersten Job

Kategorie: Jobsuche

Manchmal kommt alles ganz anders, als gedacht. Vor ein paar Monaten noch war deine größte Sorge vielleicht, ob du deine Abschlussarbeit rechtzeitig abgeben kannst, um den bereits anvisierten Job in einem großen Unternehmen zu beginnen. Und dann spaziert ein kleines Virus daher und macht alle deine schönen Pläne zunichte. Was ist denn jetzt mit dem lange ersehnten Berufseinstieg? Wie sollst du als Berufseinsteiger Fuß fassen in einer Zeit, in der die Wirtschaft eher Stellen abbaut, als Berufseinsteiger einstellt? Die Corona-Krise ist nicht nur auf gesundheitlicher Ebene eine Herausforderung, gerade die Wirtschaft und nicht zuletzt der einzelne Bewerber steht vor großen Fragen und teilweise auch finanziellen Problemen.

Wenn du dich in diese Kategorie der ratlosen Berufseinsteiger einordnen kannst, dann bist du richtig hier. Und eins gleich vorneweg: Damit bist du nicht alleine. Tausende Absolventen beenden gerade ihr Studium und fragen sich, wie es danach weitergehen soll. Das bedeutet aber nicht, dass deine Chancen auf den ersten Job noch weiter sinken. Im Gegenteil: Mit der richtigen Strategie gelingt dir auch während der Krise der Berufseinstieg. Vielleicht in einem anderen Feld, als erwartet und vielleicht vom heimatlichen Schreibtisch. Denn eins ist in der Corona-Krise von größtem Vorteil: Flexibilität. Insbesondere beim Berufseinstieg.

Welche Besonderheiten erwarten dich nach dem Studium als Berufseinsteiger? Gibt es Tipps, wie du den passenden Job auch ohne persönliches Vorstellungsgespräch ergatterst? Ist ein Wechsel der angestrebten Branche vielleicht die richtige Strategie? Welche Jobs haben sich als krisensicher erwiesen? Was machst du, wenn dein Lebenslauf durch Corona so löchrig wird, wie der berühmte Schweizer Käse? Und gibt es auch positive Folgen für deinen Berufseinstieg? Mit den Antworten rund um diese Fragen kannst du deinen Berufseinstieg trotz Krise gezielt angehen. Viel Erfolg!

Bewerbungsprozess in der Corona-Krise: Das sind die Besonderheiten

Der normale Bewerbungsprozess hat sich bereits über die letzten Jahrzehnte stark verändert. In den seltensten Fällen musst du nach deinem Studium Bewerbungen per Post versenden. Vieles konnte auch vor der Corona-Krise bereits rein digital erledigt werden. Allerdings gibt es trotzdem ein paar Veränderungen beim Bewerbungsprozess vor dem Berufseinstieg, auf die du dich jetzt einstellen musst:

  • Rechte der Unternehmen gegenüber Berufseinsteigern. Durch entstandene Unsicherheiten kann dein neuer Job bereits vor Berufsantritt gekündigt werden. Generell sind auch Kündigungen während der Probezeit durch massiven Stellenabbau möglich.
  • Digitale Bewerbungsprozesse. Ein virtuelles Bewerbungsgespräch? Vor ein paar Monaten noch undenkbar, heute Normalität. Dich als Berufseinsteiger erwarten dabei alle gängigen Fragen – lediglich in deinem heimatlichen Wohnzimmer.
  • Einarbeitung aus dem Homeoffice. Du hast bereits einen Job ergattert und freust dich auf den Einstieg? Gerade in Branchen mit wenig Kundenkontakt kann es sein, dass deine gesamte Einarbeitungszeit aus dem Homeoffice stattfindet.
  • Weniger Stellenangebote. Nicht nur auf Seite von Berufseinsteigern existieren große Unsicherheiten. Auch Unternehmen fahren Einstellungen aufgrund von Unsicherheiten zurück. Aus diesem Grund findest du weniger Stellenanzeigen, als du es vor Corona vielleicht gewöhnt warst.
  • Digitale Jobmessen. Eine hervorragende Möglichkeit für Kontakte beim Berufseinstieg sind Job- oder Karrieremessen. Zum Glück musst du nicht völlig darauf verzichten: Auch digital gibt es viele Angebote.

Die verschiedenen Punkte zeigen dir: Der Berufseinstieg erfordert aktuell viel Flexibilität, liegt aber durchaus im Bereich des Möglichen. Wenn du deine Chancen nutzt und einen langen Atem, sowie gute digitale Kompetenzen mitbringst, steht dir kaum etwas im Wege.

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Sicherer Job trotz Corona? Die richtigen Branchen für den Berufseinstieg 

Zugegeben: Ein Berufseinstieg im Tourismusbereich oder ein Einstieg in die Gastro-Branche können in den nächsten Monaten schwierig werden. Hier hat die Corona-Krise ordentlich für Unruhe gesorgt. Falls du ein Generalisten-Studium wie BWL oder Wirtschaftswissenschaften mitbringst, lohnt sich deshalb der Blick zu den folgenden Branchen. Auch als Spezialist hast du Chancen als Quereinsteiger.

#1 Gesundheitswesen

Gesundheitsökonomie, Forschung, Pharmazie, pflegerische Berufe: Alle diese Bereiche können sich auch in einer Krise nicht über Stillstand beklagen. Im Gegenteil: Hier findest du mehr Stellenangebote als gewöhnlich. Insbesondere für Berufseinsteiger. 

#2 Einzelhandel

Supermärkte, Discounter, Drogerien: Überall gab es in Corona-Zeiten einen Verkaufsboom. Wenn du aufmerksam durch einen Supermarkt geschlendert bist, sind dir bestimmt die Stellenanzeigen aufgefallen. Vielleicht ist nach deinem Studium ein Job im Discounter nicht unbedingt das Richtige, aber du findest auch Stellenangebote für deinen Berufseinstieg in der Verwaltung oder im Management.

#3 Öffentlicher Dienst

Jobs im öffentlichen Dienst kommen auch beim Berufseinstieg quasi mit einer Sicherheitsgarantie um die Ecke. In krisenfreien Zeiten ist das nicht unbedingt ein Kriterium, aber nach Corona kommt der eine oder andere Berufseinsteiger ins Nachdenken. Vielleicht ist ein Quereinstieg in den öffentlichen Dienst für dich doch das Richtige?

#4 Notwenige Dienstleistungen

Klempner, Dachdecker, Handwerker, Bestatter: Es gibt Branchen, die sind so stabil, wie ein alter Eichenschrank. Einfach nicht kaputtzukriegen. Mit einem Studium im Gepäck denkst du über diese Branchen vielleicht weniger nach, aber auch hier gibt es gute Möglichkeiten für einen Berufseinstieg in der Verwaltung, im Management oder sogar in der Firmengründung.

#5 Soziale Berufe

Sozialarbeiter, Schulbegleiter und Psychologen sowie andere Berufsbilder mit sozialem Hintergrund sind in Krisenzeiten besonders gefragt. Durch Unsicherheiten entstehen viele zusätzliche Ängste, aber auch die normalen Umstände vor Corona erfordern Fachkräfte in der sozialen Betreuung. Vielleicht findest du nach deinem Studium hier sogar eine neue Berufung, die du vorher für einen Berufseinstieg gar nicht in Betracht gezogen hast.

#6 IT-Branche

Eine Branche, die Corona besonders nach vorne gebracht hast, ist die digitale Welt. IT zu studieren, war vor Corona schon schlau, jetzt stehen dir damit für den Berufseinstieg sämtliche Türen offen. Falls du mit einem solchen Abschluss als Berufseinsteiger Fuß fassen möchtest, musst du dir keine Sorgen machen.

Berufseinstieg trotz Corona-Krise: Ein positives Fazit?

Zugegeben: Positive Schlagzeiten sind in den letzten Zeiten ziemlich rar geworden. Und tatsächlich ist ein Virus, der die Gesundheit vieler Menschen gefährdet, wahrlich kein Grund zur Freude. Trotzdem hilft es, auch in schwierigen Zeiten positive Konsequenzen einer Situation zu betrachten. Gerade in der Situation des Berufseinstieges hilft dir das, eine potentielle Lücke im Lebenslauf aktiv zu nutzen und anzunehmen. Zum Beispiel mit den folgenden Tipps.

  1. Berufseinstieg reflektieren. Kaum fertig studiert und schon in den Job? Manchmal bleibt da kaum Zeit, um herauszufinden, was du wirklich willst und wohin du möchtest. Ein Teilzeitjob in einer der krisensicheren Branchen gibt dir die Gelegenheit zum Durchatmen und Nachdenken.
  2. Möglichkeiten ausloten. Viele Studenten landen in genau dem Unternehmen, in dem sie vielleicht schon als Werkstudent gearbeitet haben. Das ist praktisch und einfach. Aber vielleicht stehen dir auch noch ganze andere Möglichkeiten offen? Vielleicht wartet in einer anderen Branche auch ein interessantes Berufsfeld? 
  3. Erfahrungen sammeln. Direkt nach dem Studieren in den Beruf zu wechseln, kann dich viele wertvolle Erfahrungen kosten. Manchmal ist es genau das Richtige, einen einfachen Job anzunehmen, den du nachher als Grundlage für deine Karriere ausbauen kannst.

Hinweis: Unsere Artikel richten sich an alle Geschlechter. Für eine leichtere Lesbarkeit verwenden wir jedoch das generische Maskulinum. Deine stellenwerk-Redaktion.


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Über die Autorin: Sofia Nelles ist waschechte Digital Native und Masterstudentin an der HAW Hamburg. Sie ist begeistert von fertigen To-Do-Listen, gutem Wetter in Hamburg und Out-of-the-Box Ideen.