Werkstudentin

Das müssen Sie beachten, wenn Sie einen Werkstudenten einstellen

Kategorie: Personalsuche

Viele kennen nur die typischen Vollzeitstudenten, oder eben die ganz normalen Arbeitnehmer. Daneben gibt es aber noch eine Alternative, die sowohl für Studenten, als auch für Unternehmen viele Vorteile bietet. Die Werkstudenten. Dabei handelt es sich zwar immer noch um Studenten, deren Hauptbeschäftigung nach wie vor das Studium ist, trotzdem gehen sie aber einer geregelten Teilzeitbeschäftigung nach. 
Studenten haben sozialversicherungsrechtlich einige Vorteile, die auch bei einer Anstellung als Werkstudent nicht verloren gehen. Damit das auch so bleibt, gibt es für Arbeitgeber einige Vorschriften, die bei der Beschäftigung eines Werkstudenten beachtet werden müssen. Wenn Sie als Arbeitgeber darüber nachdenken, einen Werkstudenten einzustellen, können die folgenden Anhaltspunkte Ihnen dabei behilflich sein.

Werkstudenten -  die Vorteile für beide Seiten

  • Fachlicher Gewinn für das Unternehmen. Und auch für den Werkstudenten.

Eine Einstellung auf Werkstudenten-Basis ist eine fachliche Win-Win-Situation für beide Seiten. Studenten bekommen dadurch nicht nur praktische Erfahrung und können erste Einblicke in das Berufsleben sammeln, sondern sie werten auch ihren Lebenslauf auf.

Das Unternehmen bekommt dagegen durch die Studenten die Möglichkeit, qualifizierte Nachwuchskräfte für sich zu gewinnen und im besten Fall direkt nach dem Studium zu übernehmen. So spart man sich gleich eine lange Einarbeitungszeit.

  • Finanzielle Vorteile durch steuerliche Sonderregelungen

Sowohl für den Studenten, als auch für das Unternehmen ist eine Beschäftigung sehr lohnend. Denn es fallen für Werkstudenten fast keine Lohnnebenkosten an. Einzig und allein die Rentenversicherung müssen sich beide Parteien zu einem moderaten Prozentsatz von jeweils 9,35% teilen. Damit erhalten Studenten fast den gesamten Bruttolohn und können in der günstigen Familien- oder Studentenversicherung bleiben. 

Welche Studenten kann man als Werkstudenten einstellen? Und welche nicht?

Es gibt für Werkstudenten und Unternehmen also jeweils Vorteile, sowohl fachlich als auch beim Gehalt.

Allerdings gibt es einige Regelungen, die beachtet werden müssen, damit diese Vorteile für beide Seiten auch tatsächlich in Anspruch genommen werden können.

Arbeitgeber müssen folgende zwei Hauptkriterien beachten, damit eine Beschäftigung als Werkstudent erfolgen kann:

1. Ordentlich immatrikulierte Studenten

Ein Werkstudent muss aktuell seinem Studium nachgehen und an einer Hochschule, einer Universität oder einer staatlich anerkannten Berufsfachhochschule eingeschrieben sein. Das Studium kann dabei auch an einer ausländischen Universität absolviert werden. Wichtig ist nur, dass das Studium neben dem Job immer noch den Schwerpunkt der Tätigkeit darstellt.

2. Wöchentliche Arbeitszeit unter 20 Stunden

Der zweite wichtige Punkt ist die Begrenzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 20 Stunden. Sobald diese Stundenanzahl überschritten wird, ist der Student automatisch regulärer Arbeitnehmer und damit voll versicherungspflichtig, was große Auswirkungen auf das Gehalt hat.

Diese zwei Kriterien bilden die Grundlage für Arbeitgeber, die Werkstudenten einstellen wollen. Allerdings sind bei der Einstellung in einen Job als Werkstudent auch besondere Regelungen hinsichtlich der Form des Studiums notwendig. Folgende Personen können nämlich nicht als Werkstudenten beschäftigt werden:

Promotionsstudenten
Studierende im Urlaubssemester
Dual Studierende
Langzeitstudenten, die sich jenseits des 25. Fachsemesters befinden
 Fern- und Teilzeitstudierende
Gasthörer

Welche Rechte haben Werkstudenten?

Wenn Sie als Arbeitgeber sich entschlossen haben, einen Werkstudenten einzustellen, gibt es wie bei einem normalen Arbeitnehmer auch, bestimmte Rechte.

Trotz der Sonderregelungen hinsichtlich der Sozialversicherungen stehen diese Rechte auch einem Werkstudenten zu. Dazu gehören insbesondere:

  • Urlaubsanspruch

Der Urlaubsanspruch muss mindestens dem gesetzlichen Mindestanspruch genügen. Da Werkstudenten selten mit einer geregelten Arbeitszeit vor Ort sind, muss der Urlaubsanspruch gesondert berechnet werden. Aus den gewährten Urlaubstagen pro Jahr, der durchschnittlichen Arbeitsstunden pro Woche und der Präsenztage pro Woche errechnet sich der Urlaubsanspruch.

  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Ein Werkstudent hat auch im Krankheitsfall Anspruch darauf, weiterhin Geld zu erhalten, bis zu einer gesetzlichen Höchstdauer von 6 Wochen. Danach übernimmt die Krankenkasse. Ein Job als Werkstudent entspricht in diesem Fall dem des normalen Angestellten. Regelungen zum Vorgehen im Krankheitsfall sollten bereits im Vertrag festgehalten werden.

  • Kündigungsschutz

Auch wenn das Studium weiterhin als Hauptbeschäftigung gilt, kann ein Werkstudent nach Ablauf der Probezeit nicht ohne relevanten Grund gekündigt werden. Beendet er das Studium innerhalb des Arbeitsverhältnisses, stellt das keinen Kündigungsgrund dar, es sei denn, dies steht explizit im Vertrag.

  • Elternzeit und Mutterschutz

Der Arbeitgeber hat Werkstudenten, genau wie normalen Arbeitnehmern auch, Mutterschutz und Elternzeit zu gewähren.

Vollzeit in den Semesterferien? Das geht. Unter bestimmten Bedingungen!

Viele Werkstudenten nutzen die freie Zeit in den Semesterferien, um entweder das Stundenkonto wieder in den grünen Bereich zu bringen, oder um sich etwas Geld zurück zu legen.

Klar ist: da kommt man auch einmal schnell über die 20-Stunden-Marke pro Woche. Dabei ist für den Arbeitgeber aber die sogenannte 26-Wochen Grenze entscheidend, damit für die angestellten Studenten nicht plötzlich doch Sozialabgaben fällig werden.

Die 26-Wochen Grenze besagt nämlich, dass ein Werkstudent innerhalb der Semesterferien auch mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten darf. Es sei denn, er war innerhalb der letzten 12 Monate länger als 26 Wochen mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden beschäftigt.

Das bedeutet: hat der Werkstudent im letzten Jahr schon mehr als 6 Monate in Vollzeit oder über 20 Stunden pro Woche gearbeitet, ist es nicht möglich ohne Sozialabgaben in den Semesterferien Mehrarbeit zu leisten.

Was ist der Unterschied zwischen Minijobber und Werkstudent?

Man könnte vermuten, dass es sich bei einem Werkstudenten um einen Minijobber handelt, der lediglich mehr Stunden pro Woche arbeitet. Allerdings ist die Idee hinter den Regelungen und Vergünstigungen für Werkstudenten eine andere.

Studenten, die als Minijobber arbeiten, werden oft als Aushilfen bezeichnet und übernehmen daher entsprechende Aufgaben, die ein niedriges Verantwortungslevel haben. Bei einem Werkstudenten dagegen sollte der Job idealerweise eine fachliche Ergänzung des Studiums darstellen.

Aus diesem Grund ist es für Arbeitgeber sinnvoll folgende Punkte in die Stelle eines Werkstudenten zu integrieren:

  • Fachliche Unterstützung des Studenten und Förderung des Studiums. Ein Werkstudent sollte in während seiner Tätigkeit seine Fachkenntnisse im Bezug zum Studium praktisch vertiefen können. Aufgaben mit Korrelation zum Studium sind daher immer zu priorisieren.
     
  • Hilfestellung bei Abschlussarbeiten. Es gibt Unternehmen, die gesondert Stellen für Abschlussarbeiten anbieten. Eine gute Möglichkeit ist es auch, dies direkt in die Werkstudentenstelle zu integrieren.
     
  • Praktische Umsetzung von theoretischen Kenntnissen. Der Werkstudent bringt innovative Ideen aus seinem Studium mit in das Unternehmen? Eine Umsetzung dieser Ideen sollte, soweit es den Möglichkeiten entspricht, immer gefördert werden.
     
  • Unterstützung des Werkstudenten im weiteren Karriereverlauf. Eine Stelle als Werkstudent sollte im besten Falle ein erfolgreicher, erster Einstieg in das Berufsleben sein. Der Arbeitgeber kann den Werkstudenten daher durch ein Zeugnis unterstützen, das Aufschluss über die fachlichen und sozialen Kompetenzen gibt.

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