Einstellungstest: Wie du Mathe- und Logikaufgaben im Vorstellungsgespräch löst

Kategorie: Vorstellungsgespräch

Vorstellungsgespräche haben es ohnehin schon an sich, auch die selbstbewusstesten Kandidaten zu Nervenbündeln zu machen. Kein Wunder: Du hast etwa 20 Minuten Zeit, um mit deiner Persönlichkeit zu überzeugen. Und manchmal geht es dabei nicht nur um einen neuen Nebenjob, sondern den Traumjob nach einer erfolgreichen Abschlussarbeit. Da wird jeder nervös. Und gerade wenn es richtig um etwas geht, setzen Personaler am liebsten ihre Tricks ein. Zum Beispiel Logik- und Mathematikaufgaben. Weil es sich ja in dieser Ausnahmesituation so gut denken lässt. Nicht?

Aber genau darum geht es. Behältst du auch unter Stress einen kühlen Kopf und gehst kreativ an problematische Fragen heran? Wie gehst du mit Situationen um, in denen du nicht sofort eine Lösung parat hast? Du merkst: Bei Logikaufgaben im Vorstellungsgespräch  geht es um mehr, als die schnelle richtige Antwort. Personaler beobachten nicht ob, sondern wie du die Aufgabe löst. Wenn dabei dann auch noch das richtige Ergebnis herauskommt, hast du einen wichtigen Meilenstein gemeistert. Von daher: Lies dir genau durch, was auf dich zukommen kann und bereite dich auf Denkspiele vor, die jeden herausfordern.

Brainteaser im Vorstellungsgespräch: Welche gibt es?

Je nach Job  unterscheiden sich die Aufgaben, die dir im Vorstellungsgespräch gestellt werden. Gerade in technischen Berufen kann es sehr mathematisch werden. Generell ist aber zu unterscheiden zwischen drei Aufgabentypen, die bei deiner Bewerbung  auf dich zukommen können:

  1. Echte Aufgaben zum Knobeln. Hier geht es nicht darum, dein Fachwissen unter Beweis zu stellen, sondern mit Logik eine Aufgabe zu lösen. Nicht selten handelt es sich dabei auch um Trickfragen, die spätestens nach der Antwort absolut logisch erscheinen. Vorher eher weniger.
  2. Schätzfragen. Bei diesen Aufgaben sind dein analytisches Verständnis und deine Vorstellungskraft gefragt. Je nach Fachbereich musst du zu einer bestimmten Problemstellung einen Schätzwert oder eine Vermutung angeben, die auf Fakten basiert. Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit ist hier keine gute Idee.
  3. Business Cases oder Case Studies. Jetzt geht es an das Eingemachte. Spätestens bei dieser Aufgabe kommst du nur noch mit, wenn du tatsächlich die erforderlichen Kompetenzen für den Job mitbringst. Und genau das wird getestet, indem du Zahlen auswertest, richtig interpretierst und auf das Unternehmen beziehst.

Gerade in der aufregenden Situation eines Vorstellungsgespräches  kann es Sicherheit geben, eine Aufgabe direkt einordnen zu können. Stellt dein Gegenüber dir also eine Frage, kannst du zuerst überlegen, welche Strategie nun gefordert wird. Das hilft nicht nur beim Lösen der Aufgabe, sondern auch dabei, einen klaren Kopf zu bekommen.

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Logik- und Mathematikaufgaben im Vorstellungsgespräch: Was solltest du mitbringen?

Ein Vorurteil, das du definitiv beim Vorstellungsgespräch  zuhause vergessen darfst, ist, dass nur Genies Knobelaufgaben lösen können. Natürlich gehört schon eine gewisse logische Denkweise zur Lösung mancher Aufgaben, dennoch lässt sich meistens ein Grundmuster erkennen. Wenn du die folgenden Voraussetzungen erfüllst und dich selbstständig vorbereitest, gibt es keinen Grund, warum gerade du keine Lösung finden solltest:

  1. Mathematische Grundkenntnisse sind eine wichtige Voraussetzung. Einfache Dreisätze, Gleichungen, Volumina und Flächeninhalte bestimmen zu können, hilft immer weiter. Schnapp dir also für die Vorbereitung eine Formelsammlung aus dem Abi und rechne ein paar Aufgaben aus.
  2. Visuelles Vorstellungsvermögen. Bei den wenigsten Aufgaben hast du tatsächlich Material zum Anfassen. Ein wichtiger Tipp ist daher, sich das Gesagte visuell vorstellen zu können.
  3. Elementares Physikwissen ist ein weiterer wichtiger Punkt. Gerade die drei Parameter Weg, Strecke und Zeit werden häufig eingesetzt. In Vorstellungsgesprächen fahren plötzlich viele Züge von A nach B und haben eine Panne.
  4. Einheiten umrechnen. Tatsächlich fehlt diese Fähigkeit nicht nur aufgeregten Kandidaten im Vorstellungsgespräch, sondern sogar technischen Studenten. Genau hier kannst du glänzen, indem du dir als Nachtlektüre einfach einmal das SI Einheitssystem durchliest.
  5. Demographische Fakten zu Kontinenten, Ländern, Einwohnerzahlen, Einwohnerdichte oder dem Bruttoinlandsprodukt werden immer wieder abgefragt. Hauptstädte, Regierungspersönlichkeiten: Es kann nicht schaden, auf dem Laufenden zu sein.
  6. Logisches Denken, Kreativität und Gründlichkeit sind Softskills, die dir das Lösen von Knobelaufgaben erleichtern. Wenn du deine Hausaufgaben gemacht hast und diese Eigenschaften auch noch mitbringst, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Logikaufgaben: In vier Schritten zur Lösung

Bei allem Wissen, aller Vorbereitung und tatsächlich auch aller Schläue, kann es in der Drucksituation des Vorstellungsgespräches  dazu kommen, dass sich das Gehirn kurz verabschiedet. Das ist natürlich keine gute Voraussetzung, um den Job zu bekommen. Ein guter Tipp ist daher, sich bereits vorher eine Strategie zu überlegen, wie mit Knobelaufgaben am besten umgegangen werden kann.

Wenn du dieses feste Muster im Kopf hast, fällt es dir leichter, Schritt für Schritt abzurufen, anstatt das Problem direkt in kürzester Zeit lösen zu wollen. Dabei kannst du dich an folgenden vier Schritten orientieren:

#1 Nimm dir Zeit: Der Job rennt nicht davon

Es geht nicht darum, die Aufgabe möglichst schnell zu lösen, sondern überlegt und interessiert an die Problemstellung heran zu treten. Du machst den guten Eindruck aus deiner Bewerbung nicht direkt zunichte, wenn du innerhalb der ersten Sekunden keine Lösung findest.

Außerdem solltest du offensichtliche Lösungen immer zuerst noch überdenken: Impulsives Handeln und fehlende Geduld können dich den Job kosten. Von daher: Betrachte das Problem von allen Seiten, such dir deine Informationen zusammen und dann leg los!

#2 Genau lesen: (K)eine Lösung?

Du erwartest vom Personaler, dass er deine Bewerbung  gründlich gelesen hat. Genau das erwartet dein Gegenüber auch, wenn dir eine Knobelaufgabe gestellt wird. Tatsächlich sind in den meisten Trickfragen bereits die Lösungen versteckt. Eine Frage mehrmals laut zu lesen, ist kein Zeichen von Unverständnis, sondern von Gründlichkeit. So findest du die richtige Antwort!

#3 Reden, reden, reden

Ob in der Bewerbung , im Vorstellungsgespräch  oder im realen Job: Es geht immer darum, Problemstellungen korrekt zu kommunizieren. Wenn du einfach drei Minuten still überlegst und die Lösung aufschreibst, hast du zwar bewiesen, was du draufhast, dein Gesprächspartner hat aber nichts über deine Persönlichkeit erfahren.

Von daher: Frag nach, kommentiere Irrwege, überlege laut und verbalisiere deine Gedankengänge. Nur so kann eingeschätzt werden, wie du auch in Zukunft an Aufgaben herantrittst. Und noch ein Tipp: Über das richtige Ergebnis darf sich auch gefreut werden!

#4 Mach dir Notizen

Es ist sehr viel schwieriger, eine Aufgabe nur im Kopf zu haben als vor dir auf dem Papier. Deswegen drucken Personaler Bewerbungen meistens aus und bringen sie mit. Auch im Job wirst du nicht rein digital arbeiten, sondern dir zu schwierigen Themen Skizzen machen. Das fängt am besten bereits im Vorstellungsgespräch an. Wenn du also weißt, dass bei diesem Job Knobelaufgaben auf dich zukommen können, dann pack dir für das Vorstellungsgespräch deinen Notizblock ein.

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Über die Autorin: Sofia Nelles ist waschechte Digital Native und Masterstudentin an der HAW Hamburg. Sie ist begeistert von fertigen To-Do-Listen, gutem Wetter in Hamburg und Out-of-the-Box Ideen.